Warum wir in kritischen Situationen oft „falsche“ Entscheidungen treffen​

Sie als Unternehmerin, als Angestellter oder Führungskraft kennen das: Manchmal müssen schnell und unter großem Druck weitreichende Entscheidungen getroffen werden. Erinnern Sie sich an Corona Anfang 2020? Auf einmal war alles unvorstellbar anders, Geschäfte und Einrichtungen mussten von heute auf morgen schließen, die Situation war undurchsichtig und komplex, die Informationen widersprüchlich. Es musste schnell gehandelt werden, um in dieser Lage nicht den Anschluss zu verlieren.

 

Das alles sind typische Merkmale einer kritischen Situation.

 

In solchen kritischen Situationen reagieren wir oft nicht zielsicher und angemessen – jedenfalls nicht im Sinne der Herausforderung. Wir schalten quasi auf Autopilot und handeln nach vorgegebenen Mustern, wo eigentlich Innovation gefragt wäre.

 

Gut zu wissen, dass dies kein evolutionärer „Defekt“ ist. Ganz im Gegenteil: Unsere Psyche agiert nach einer universellen und sehr klugen Überlebensstrategie, wie die Psychologin Dr. Gesine Hofinger in ihrem Beitrag zu Fehlern beim Entscheiden in kritischen Situationen (s. Quellen) klar macht.

 

Innovatives und kreatives Denken erfordert viel Kraft und Mühe. In kritischen Situationen stehen uns diese Ressourcen aber oft nicht zur Verfügung.

 

Es kommt zu einer „kognitiven Notfallreaktion“.

 

Unser einziges Bestreben ist, unsere Handlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Entsprechend verengt sich unser Denken und Handeln. Wir

 

  • konzentrieren uns weniger aufs Denken und mehr aufs Handeln,
  • agieren sprunghaft und wenig reflektiert,
  • probieren einfache, schnelle und bewährte Lösungen aus,
  • ignorieren widersprüchliche Informationen,
  • akzeptieren keine Kritik
  • und geben womöglich anderen die Schuld am Scheitern.

Wir handeln damit zwar absolut zielorientiert; bloß ist das primäre Ziel in einer solch bedrohlichen Situation der Schutz unserer Psyche und unseres Kompetenzgefühls, damit wir überhaupt handlungsfähig bleiben und nicht erstarren. Die sachorientierte und durchdachte Lösung der Situation bleibt dabei allerdings oft auf der Strecke.  

 

Was tun?

 

Um lösungsorientiert handeln zu können, müssen wir diese uralten Verhaltensmuster kennen und sie zu unserem Vorteil einsetzen. Genau dies ist eine Strategie resilienter Teams und Unternehmen, die es schaffen, Krisen durchzustehen und eventuell sogar gestärkt daraus hervorzugehen.

 

Erste Schritte

 

Akzeptieren Sie die Situation, wie sie ist. Sich sträuben kostet nur zusätzliche Kraft. Schaffen Sie Sicherheit durch den Aufbau von Strukturen und reduzieren Sie die Komplexität der Situation. Dies sind nur die ersten von einigen Verhaltensweisen, von denen man inzwischen weiß, dass sie Unternehmen erfolgreich aus Krisen führen können, weil sie gezielt auf die Verengung unseres Denkens antworten.

 

Wie das geht?

 

Wir erklären es Ihnen in der nächsten Zeit in lockerer Folge, indem wir unterschiedliche Aspekte der organisationalen Resilienz beleuchten.  

 

Der erfolgreiche Umgang mit Krisen ist eine zentrale Kompetenz von Unternehmen, da neue, unvorhersehbare kritische Situationen auf uns zukommen werden. Wir tun gut daran, uns schon jetzt gedanklich darauf vorzubereiten.

 

Sie möchten es live und in Farbe?

 

Melden Sie sich zu unserem Resilienz-Training an. Es findet am 17. März 2022 statt und noch sind Plätze frei.

 

Quellen:

Hofinger, Gesine (2003). Fehler und Fallen beim Entscheiden in kritischen Situationen. In Stefan Strohschneider, Entscheiden in kritischen Situationen. Frankfurt: Verlag für Polizeiwissenschaft.

 

Danner-Schröder, Anja & Geiger, Daniel (2016). Organisationale Resilienz. Wie Unternehmen Krisen erfolgreich bewältigen können. zfo 03/2016 (85. Jg.), S. 201–208.

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