Auf Sicht fahren in der Pandemie

oder…

Wie gehen wir bei startklar mit der Pandemie um?

Natürlich sind wir alle in irgendeiner Weise von der Corona-Pandemie betroffen und die meisten Menschen richten sich danach. Wir bei startklar arbeiten gleichzeitig weiter, strukturieren Angebote um, organisieren Videokonferenzen statt Präsenzgesprächen oder halten strikte Teilnehmerbegrenzungen an Präsenz-Veranstaltungen ein. Aber wir verkünden keine Regeln oder Maßnahmen, die auf Monate hinaus gelten sollen.

Auch wenn es relativ viele Menschen nicht wahrhaben wollen oder umzudeuten versuchen: Wir haben als Land und als Gesellschaft ein Problem. Und viele Menschen auch ganz persönlich. Das liegt zum einen daran, dass das Corona-Virus nach den vorliegenden Statistiken mindestens zehnmal tödlicher ist als das Grippevirus (>> Quelle z.B. ntv). Und vor allem auch daran, dass es sich über Menschen überträgt, die gar nichts davon merken, und die Ansteckung dadurch immer weiter geht. Während man sich von Influenza-Kranken automatisch fernhält, weil sie eben krank sind und die Ausbreitung dadurch zum Erliegen kommt.

Daran gibt es nichts zu relativieren und wir können die Folgen der Pandemie nur dadurch so gut wie möglich überschaubar halten, wenn wir uns als Einwohner dieses Landes ganz persönlich bei seiner Bekämpfung engagieren. Durch Mitdenken und durch Einhalten der Regeln, die nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand hilfreich erscheinen.
Andererseits wird über die Regeln und Maßnahmen, die ergriffen werden, debattiert und das ist gut so. Solange es nicht dazu führt, dass gar nichts passiert und die Pandemie schlicht verleugnet wird. Die Ereignisse in Norditalien oder New York aus diesem Frühjahr sind ja nicht erfunden. Haben wir das denn wirklich schon vergessen?

Es ist auch gut, dass verschiedene Länder versuchen, voneinander zu lernen. Wir müssen uns endlich daran gewöhnen, dass wir eine Herausforderung haben, für deren Bekämpfung es keine Blaupausen gibt. Fehler sind passiert und werden weiterhin passieren. Vielleicht werden wir in zwei Jahren erkennen, dass vieles von dem, was wir als Gesellschaft bei der Pandemiebekämpfung unternommen haben, nicht sinnvoll gewesen ist und wir Maßnahmen, die sinnvoll gewesen wären, nicht umgesetzt haben.

Und trotzdem ist es wichtig, nicht in Angst zu erstarren oder vor Ärger den Verstand zu verlieren. Wir müssen handlungsfähig und beweglich bleiben. Wir können nicht alles vermeiden, vor dem wir Angst haben mögen, aber wir dürfen auch nicht in Lethargie verfallen. Denn wir brauchen Lösungen, die auch längerfristig tragfähig sind. Wir sollten uns nicht darauf verlassen, dass wir von der Pandemie irgendwie erlöst werden. Auch wenn sich der Einsatz von Impfstoffen gegen Covid inzwischen abzeichnet, wissen wir nicht, wie alles weitergeht, wie lange es dauert, bis der Großteil der Menschen geimpft werden kann.

Wahrscheinlich wird uns die Pandemie noch eine Weile beschäftigen. Wir werden weiterhin mitdenken müssen. Und wir müssen zu einer Kombination von Maßnahmen finden, die in dieser oder auch in einer abgewandelten Form durchzuhalten sind. Und bei 80 Millionen Einwohnern ist es von vornherein klar, dass jegliche Regeln, auf die man sich einigt, im Einzelfall manchmal fragwürdig erscheinen. Warum dürfen Friseure geöffnet bleiben, Masseure aber nicht? Warum müssen Kneipen mit Hygienekonzept schließen, während sich die Gäste dann eben zu Hause zum Feiern treffen? Warum müssen Schüler im Unterricht Masken tragen, die sich dann nachmittags ohne Schutzmaßnahmen sowieso noch treffen? Warum sollen wir im Flur Masken aufsetzen, wenn wir mit unserer Kollegin trotz Homeoffice manchmal den ganzen Tag den Büroraum teilen müssen? Warum sollen wir das überhaupt tun, auch wenn völlig klar ist, dass man sich auch mit Maske infizieren oder das Virus weiterverbreiten kann?

Es gibt nicht DIE richtigen Entscheidungen und DIE richtigen Regeln und Maßnahmen. Und richtig gerecht sind sie leider auch nicht. Es wird sich für jede Maßnahme im Einzelfall ein Beispiel finden lassen, in dem diese Maßnahme wenig sinnvoll erscheint. Man muss nur suchen. Es ist verständlich, dass wir den Anspruch an verordnete Maßnahmen haben, dass sie nachgewiesenermaßen richtig sind, wenn wir sie schon befolgen sollen. Aber diesem Anspruch können weder die Politiker noch die Unternehmen gerecht werden. Es geht schlicht nicht. Solcherart Denken dreht sich im Kreis und sorgt dafür, dass gar nichts passiert.

Wir fahren auf Sicht, aber: Es bricht uns kein Zacken aus der Krone, wenn wir auch mal eine Maske aufsetzen oder einen Raum lüften in einer Situation, in der wir davon nicht 100%ig überzeugt sind. Einfach als Zeichen dafür, dass wir die gemeinsamen Anstrengungen zur Bekämpfung der Pandemie bis zum Vorliegen eines Impfstoffs unterstützen. Wir beteiligen uns – und erfüllen trotzdem auch noch unsere sonstigen Aufgaben und unterstützen uns gegenseitig dabei. Das sollte in einer menschlichen Gemeinschaft wie z.B. einem Unternehmen möglich sein. In der Vergangenheit mussten menschliche Gemeinschaften auch mit noch weit größeren Herausforderungen fertig werden.

Wir bei startklar werden Sie über unsere Veranstaltungen und die dort geltenden Regeln stets zeitnah auf dem Laufenden halten. Wir werden flexibel bleiben. Aber auch verlässlich und verantwortlich. Darauf können Sie sich verlassen.

Dr. Thomas Mill

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